{"id":584,"date":"2013-02-24T15:33:45","date_gmt":"2013-02-24T14:33:45","guid":{"rendered":"http:\/\/gilde-alfred-delp.de\/cms\/?page_id=584"},"modified":"2013-03-04T13:29:13","modified_gmt":"2013-03-04T12:29:13","slug":"stiepeler-dorfkirche","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gilde-alfred-delp.de\/cms\/beispiel-seite\/cartellversammlung-2013\/orte-2\/stiepeler-dorfkirche\/","title":{"rendered":"Stiepeler Dorfkirche"},"content":{"rendered":"<p><strong>Stiepeler Dorfkirche<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/1\/16\/Bochum_Dorfkirche_Stiepel.jpg\" width=\"242\" height=\"332\" \/>Die evangelische <b>Stiepeler Dorfkirche<\/b>, im S\u00fcden Bochums im Stadtteil Stiepel gelegen, ist ein Kulturdenkmal des Ruhrgebietes, welches mit seiner \u00fcber tausendj\u00e4hrigen Geschichte zu den \u00e4ltesten noch erhaltenen Bauwerken Bochums z\u00e4hlt. Die Bedeutung der Kirche liegt vor allem in den ungew\u00f6hnlich umfangreichen mittelalterlichen Wandmalereien<sup id=\"cite_ref-1\">[1]<\/sup>. Im Jahre 1988 wurde die Kirche mit dem sie umgebenden historischen Kirchhof von der Stadt Bochum unter Denkmalschutz gestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 27. April 1001 vergab <a title=\"Otto III. (HRR)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Otto_III._(HRR)\">Otto III.<\/a> den zum <a title=\"Karolinger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karolinger\">karolingisch<\/a>&#8211;<a title=\"Liudolfinger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liudolfinger\">ottonischen<\/a> Reichsgut geh\u00f6renden Haupthof, der zur bereits um 900 n.Chr. im <a title=\"Urbar (Verzeichnis)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Urbar_(Verzeichnis)\">Heberegister<\/a> des <a title=\"Kloster Werden\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kloster_Werden\">Benediktinerklosters Werden<\/a> erw\u00e4hnten <i>villa stipula<\/i><sup id=\"cite_ref-2\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stiepeler_Dorfkirche#cite_note-2\">[2]<\/a><\/sup> geh\u00f6rte, an den Grafen Liutger aus dem s\u00e4chsischen Geschlecht der <a title=\"Billunger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Billunger\">Billunger<\/a>.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div><a href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Bochum6.JPG\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e8\/Bochum6.JPG\/170px-Bochum6.JPG\" srcset=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e8\/Bochum6.JPG\/255px-Bochum6.JPG 1.5x, \/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e8\/Bochum6.JPG\/340px-Bochum6.JPG 2x\" width=\"170\" height=\"227\" \/><\/a><\/p>\n<div>Sieben Jahre sp\u00e4ter erhielt Graf Liutgers Frau <a title=\"Emma von Lesum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Emma_von_Lesum\">Imma<\/a>, die dem Geschlecht der <a title=\"Immedinger\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Immedinger\">Immedinger<\/a> entstammte, durch die Vermittlung von <a title=\"Heinrich II. (HRR)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinrich_II._(HRR)\">Kaiser Heinrich II.<\/a> die Erlaubnis auf der Schenkung eine <a title=\"Eigenkirche\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eigenkirche\">Eigenkirche<\/a> zu errichten. Die Erlaubnis, von dem K\u00f6lner <a title=\"Heribert von K\u00f6ln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heribert_von_K%C3%B6ln\">Erzbischof Heribert<\/a> vermutlich am 6. April 1008 per Stiftungsbrief (s. unten) erteilt, beinhaltete auch das Recht uneingeschr\u00e4nkt die Seelsorge auszu\u00fcben. Die Kirche soll von Gr\u00e4fin Imma zu Stiepel, wie sie ebenfalls genannt wurde, zu Ehren der Jungfrau Maria, dem Papst Cornelius und dem Heiligen Cyprianus gestiftet worden sein.<sup id=\"cite_ref-3\">[3]<\/sup><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Liutgers Tod am 26. Februar 1011 ging Imma nach Bremen, wo sie selbst am 3. Dezember 1038 verstarb. Noch zu Lebzeiten schenkte sie den Hof <i>stiplaga<\/i>, auf dem sich auch die Kirche befand, der bremischen Bischofskirche. Von dort kam der Hof in den Besitz der Adeligen des <a title=\"Haus Lippe\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haus_Lippe\">Hauses Lippe<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von dem Stiftungsbrief, der im Original nicht mehr vorhanden ist, gab es zwei Abschriften die in den Jahren 1451 und 1708 angefertigt wurde. Da auch diese Abschriften nicht mehr existieren, konnte sich die Geschichtsforschung bisher lediglich auf \u00dcberlieferungen von <a title=\"Johann Dietrich von Steinen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Dietrich_von_Steinen\">Johann Dietrich von Steinen<\/a> aus dem Jahre 1757<sup id=\"cite_ref-4\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stiepeler_Dorfkirche#cite_note-4\">[4]<\/a><\/sup> und von Pfarrer Ostheide aus dem Jahre 1872<sup id=\"cite_ref-5\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stiepeler_Dorfkirche#cite_note-5\">[5]<\/a><\/sup> st\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend in fr\u00fcheren Darstellungen der Geschichte der Kirche die \u00fcberlieferten Texte der angeblichen Stiftungsurkunde stets unkritisch \u00fcbernommen wurden, wurden aber sp\u00e4testens ab 1956 Zweifel an der Echtheit der Texte laut<sup id=\"cite_ref-6\">[6]<\/sup>. Dass der \u00fcberlieferte Stiftungstext mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine F\u00e4lschung ist, kann man der in 2008 vorgenommenen Analyse des Historikers Stefan P\u00e4tzold entnehmen,<sup id=\"cite_ref-7\">[7]<\/sup> welche allerdings nicht die zeitliche Entstehung der Stiepeler Dorfkirche in Frage stellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Stiepeler Kirche in einem Indulgenzbrief des Papstes Bonifatius VIII. vom 22. April 1295 mit acht p\u00e4pstlichen Ablasstagen ausgezeichnet, die jeweils an den Pasch-, Pfingst- und vier Marienfesten zelebriert wurden. Ein Zeichen daf\u00fcr, dass die alte Stiepeler Wallfahrtskirche schon sehr fr\u00fch in hohem Ansehen stand, wie es die Zisterzienser des Marienwallfahrtskloster in Bochum-Stiepel interpretieren,<sup id=\"cite_ref-8\">[8]<\/sup> was historisch aber nicht belegbar ist.<sup id=\"cite_ref-9\">[9]<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1393 \u00fcbernahm Wennemar D\u00fccker von Simon III. zur Lippe den Hof Stiepel in Verbindung mit dem Haus Kemnade, gefolgt von Dietrich von Romberg zu Massen, der beide G\u00fcter als Mitgift bekam. Nach dem Besitzwechsel zu Hermann von der Recke 1418 blieb Stiepel und Kemnade \u00fcber 200 Jahre im Familienbesitz der von der Recke und ging schlie\u00dflich 1652 per Heirat \u00fcber an Johann Georg von Syberg,<sup id=\"cite_ref-10\">[10]<\/sup> in dessen Familie das Lehen bis zum Ende der Feudalherrschaft, beendet durch den von Napoleon Bonaparte am 1. Januar 1808 im K\u00f6nigreich Westphalen eingef\u00fchrten code civil, bestand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Reformation begann in Bochum-Stiepel im Jahre 1596. Doch erst 1610 soll sich der damalige Pfarrer <i>Henricus Cluvenbeck<\/i> von der r\u00f6misch-katholischen Kirche g\u00e4nzlich losgesagt haben und dem lutherischen Glauben \u00fcbergetreten sein.<sup id=\"cite_ref-11\">[11]<\/sup> Seit dieser Zeit geh\u00f6rt die Stiepeler Dorfkirche zur evangelischen Kirche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wandmalereien<br \/>\nDie Stiepeler Dorfkirche wird besonders, oder auch gerade wegen der Bedeutung der Wandmalereien aus dem Hoch- bis Sp\u00e4tmittelalter gesch\u00e4tzt. Die Malereien, 1698 zwecks einer neuen Andachtshaltung mit einer dicken harten wei\u00dfen Farbe \u00fcbert\u00fcncht, wurden bei Restaurationsarbeiten im Jahre 1952 wiederentdeckt, aber nur unzul\u00e4nglich aufgedeckt und sogar teilweise wieder \u00fcbermalt. Zwischen 1963 und 1965 wurden dann s\u00e4mtliche noch erhaltenen Malereien freigelegt, restauriert und konserviert. Letzte Restaurierungsarbeiten fanden 2002 statt. Seitdem gibt die Kirche eine Gesamtvorstellung aller urspr\u00fcnglichen Ausmalungen des 12. bis 16. Jahrhunderts, die in dieser Form nur in ganz wenigen Kirchen Westfalens zu finden sind<sup id=\"cite_ref-12\">[12]<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ausmalungen, die heute frei zu besichtigen sind, bestehen aus Ornamenten, Heiligenbildern und zum Teil aus Biblische Geschichten. Der \u00fcberwiegende und \u00e4lteste Teil der Malereien stammt aus der Erbauungszeit der Basilika 1180\/90 und sind der romanischen Epoche der Wandmalerei zuzuordnen. Dazu geh\u00f6ren die Darstellungen wie, der <i>Bethlehemische Kindesmord<\/i>, die <i>Flucht nach \u00c4gypten<\/i>, der <i>segnende und richtende Christus zwischen Kain und Abel<\/i> und die <i>Paradiesstr\u00f6me<\/i>. Weitere Ausmalungen stammen aus dem fr\u00fchen 13. Jahrhundert, so wie der des <i>Drachenkampfes des Heiligen Georgs<\/i> aus dem 15. Jahrhundert, der der gotischen Malerei zuzuordnen wird und die J\u00fcngsten, <i>Christus bei den Pharis\u00e4ern<\/i>, die <i>Paradiesgeschichte<\/i> und <i>Christi Geburt<\/i> aus dem 16. Jahrhundert, um nur einige zu nennen<sup id=\"cite_ref-13\">[13]<\/sup>.<\/p>\n<p>wikipwdia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stiepeler Dorfkirche Die evangelische Stiepeler Dorfkirche, im S\u00fcden Bochums im Stadtteil Stiepel gelegen, ist ein Kulturdenkmal des Ruhrgebietes, welches mit seiner \u00fcber tausendj\u00e4hrigen Geschichte zu den \u00e4ltesten noch erhaltenen Bauwerken Bochums z\u00e4hlt. 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