{"id":376,"date":"2013-02-18T12:51:08","date_gmt":"2013-02-18T10:51:08","guid":{"rendered":"http:\/\/gilde-alfred-delp.de\/cms\/?page_id=376"},"modified":"2013-03-04T08:45:53","modified_gmt":"2013-03-04T07:45:53","slug":"fundament","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gilde-alfred-delp.de\/cms\/beispiel-seite\/fundament\/","title":{"rendered":"Unser Fundament"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unser Fundament<\/strong><\/p>\n<p>Wie steht es mit dem Erlebnis Religion, unserer Begegnung mit unserer Kirche? Wie steht es mit unserem Auftrag und unserer Verpflichtung? Unsere Gr\u00fcnder und jedes ihnen folgende neue Mitglied gelobten bei ihrem Eintritt in die Gilde \u201evorbehaltlos nach den Geboten Gottes, den Vorschriften ihrer Kirche und den Grunds\u00e4tzen des Naturrechts zu leben\u201c.\u00a0 Aber schon 1968 stellten sich die Mitglieder anders auf. Das Gel\u00f6bnis wurde formal ge\u00e4ndert, erhielt dabei einen neuen Inhalt. Sie versprechen nicht mehr, nach den Vorschriften unserer Kirche, sondern \u2013 neben den Geboten Gottes \u2013 nach der Lehre der katholischen Kirche zu leben und diese nach unserer Stellung und Leistungsf\u00e4higkeit und nach besten Kr\u00e4ften zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Was bedeutet diese \u00c4nderung, und welches Ereignis war eingetreten, das diese \u00c4nderung veranlasste. Der Vorsitzende im Jahre 2006 f\u00fchrte dazu in der Jahresmesse der Gilde aus Anlass der Aufnahme zweier neuer Freunde aus:<\/p>\n<p>\u201eDas Versprechen \u201eich gelobe, vorbehaltlos nach den Geboten Gottes und den Vorschriften meiner Kirche zu leben, ist der deutliche Hinweis auf die in der Gr\u00fcnderzeit unserer Gilde noch herrschende traditionelle Auffassung von unserer Kirche als Volkskirche. F\u00fcr die Volkskirche ist charakteristisch, dass Konfession und Gesellschaft in einer Region oder in einem Volk mehr oder weniger deckungsgleich sind. Die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Konfession oder die Mitgliedschaft in der Kirche gilt als selbstverst\u00e4ndlich, Christsein ist gleich Kirchesein, ich bin in die Kirche hineingeboren. Die Volkskirche begr\u00fcndet und st\u00fctzt sich auf Herkommen, Tradition, Geschichte. So sind die \u00c4lteren von uns gro\u00df geworden. Ich kann f\u00fcr mich Beispiele zuhauf bringen, die belegen, dass Religion und Kirche den Tagesablauf bestimmten, beginnend mit dem Gebet am Morgen, am Mittagstisch, der Beichte, der Kommunion, dem sonnt\u00e4glichen Gottesdienst \u201eauf Latein\u201c. Das \u201ewarum eigentlich Kirche\u201c wurde nicht gefragt. Vorbehaltlos \u00fcbernahmen wir, was die Eltern, Lehrer und Pfarrer uns sagten. Und wir Alle zogen daraus auch unseren Nutzen. Gott, Christus, die Sakramente, der sonnt\u00e4gliche Gottesdienst, sie waren die Pfosten, an denen wir ankerten, um ein Bild zu w\u00e4hlen, und die in ihnen sichtbar werdenden Werte gaben unserem Leben Halt. Das war alles selbstverst\u00e4ndlich, das war die Sozialform unserer Kirche und danach lebten auch unsere Gr\u00fcnder und das war ihr Ziel in der Gemeinschaft Alfred Delp, wie sie es gelobten, vorbehaltlos in der Lebensform der \u00fcberlieferten Volkskirche die Gemeinschaft zu gestalten.<\/p>\n<p>Welches Ereignis hatte es gegeben, das vier Jahre sp\u00e4ter zu der neuen Fassung des Gel\u00f6bnisses f\u00fchrte, ungleich selbstbewusster und sich der Kirche gegen\u00fcberstellend.<\/p>\n<p>Etwa zu der Zeit, als unsere Gilde gegr\u00fcndet wurde, fand das 2. Vatikanische Konzil statt. Viele Katholiken empfanden dieses als einen Neuanfang, als einen Aufbruch in eine neue Zeit, als eine Absage an den Klerikalismus, als ein Nein zum r\u00f6mischen Zentralismus. Sie suchten das Laienapostolat und den Laienkatholiken, die Mitverantwortung des Laien an der Sendung der Kirche. Und tats\u00e4chlich: die Kirche begann, sich zu ver\u00e4ndern und sie hatte diese Ver\u00e4nderung, von fast Allen nicht gesehen, schon zum 2. Vatikanum hin eingel\u00e4utet: die Kirche stellte sich der Welt und sie wandelte sich von der Volkskirche zur Kirche\u00a0 als der Gemeinschaft des Volkes Gottes, getragen von allen ihren Gliedern im Bewusstsein ihres Kircheseins. F\u00fcr die Beschreibung des \u00e4u\u00dferen Prozesses der Wandlung m\u00f6gen einige, Beschl\u00fcsse wiedergegeben sein: Die Verabschiedung der Liturgiekonstitution, der Bibelkonstitition, des \u00d6kumenismusdekrets. Diese Beschl\u00fcsse wirkten intensiv in den Kirchen- wie Laienalltag hinein und sind noch heute wirksam, wie auch das Konzil sich zu der Mitverantwortung der Laien an der Sendung der Kirche bekannte und den Umgang mit Andersdenkenden\u00a0 unbefangener pflegte . Das eigentliche Anliegen, die Umsetzung der neuen Erkenntnis, Kirche ist der einzelne Gl\u00e4ubige, getragen von dem Bewusstsein dieses Kircheseins und in diesem Bewusstsein\u00a0 das Leben und die Sendung der Kirche mit zutragen, ist aber nicht nachlesbar sichtbar gemacht worden, das ging vielleicht auch nicht.lie\u00df sich nicht in Beschlussform kleiden. Und es wurde auch wohl nicht genug gesehen \u2013 wie bei den vielen anderen zu behandelnden Problemen &#8211; Kirchesein erfordert eine gr\u00f6\u00dfere Entschiedenheit und eine geistliche Vertiefung unseres eigenen Kirchenbewusstseins, wenn das volkskirchliche Milieu nicht mehr nutzt. Diese neue Kirche muss gelebt werden. Und das haben unsere Gr\u00fcnder &#8211; von unserem Cartell Rupert Mayer angesto\u00dfen &#8211; sp\u00e4testens 1968 erkannt, als sie ihr Gel\u00f6bnis neu formulierten: wir leben nach der Lehre der Kirche und gestalten diese Kirche nach besten Kr\u00e4ften mit. \u00a0Heute die Kirche zum Haus und zur Schule der <i>Communio <\/i>zu machen, darin liegt die gro\u00dfe Herausforderung, die in dem beginnenden Jahrtausend vor uns steht, wenn wir dem Plan Gottes treu sein und auch den tiefgreifenden Erwartungen der Welt entsprechen wollen\u201c.<\/p>\n<p>Als die Petrus-Gilde Recklinghausen im Jahre 2006 \u00a0ihr 50 j\u00e4hriges Bestehen feierte, hielt Prof. Hermann J. Pottmeyer, den wir jetzt auch hier in Bochum h\u00f6ren werden, den Festvortrag zu dem Thema: \u201eVierzig Jahre seit dem 2. Vatikanischen Konzil \u2013 was ist daraus geworden?\u201c Das H\u00f6ren dieses Vortrag war ein Erlebnis und f\u00fcr mich der Anlass, seine Ausf\u00fchrungen in den heute gewollten Zusammenhang der \u00dcberlegungen zur Entstehung der 2. Fassung unseres Gel\u00f6bnisses zu stellen (teils w\u00f6rtlich \u00fcbernommen). Er endete etwa so: \u201eDamit sind wir im Zentrum dessen, was ich als prophetische Intuition des Papstes bezeichnen m\u00f6chte. Die Gestaltung der Kirche zu einer <i>Communio<\/i> bedarf einer Spiritualit\u00e4t der Communio, damit die Kirche in den Herzen erwache\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ludwig Mauer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Fundament Wie steht es mit dem Erlebnis Religion, unserer Begegnung mit unserer Kirche? Wie steht es mit unserem Auftrag und unserer Verpflichtung? 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