{"id":221,"date":"2012-11-15T18:32:48","date_gmt":"2012-11-15T16:32:48","guid":{"rendered":"http:\/\/gilde-alfred-delp.de\/cms\/?page_id=221"},"modified":"2012-11-18T13:20:37","modified_gmt":"2012-11-18T11:20:37","slug":"haus-kemnade","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gilde-alfred-delp.de\/cms\/beispiel-seite\/cartellversammlung-2013\/orte-2\/haus-kemnade\/","title":{"rendered":"Haus Kemnade"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.hauskemnade.de\">www.hauskemnade.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das <strong>Haus Kemnade<\/strong> ist ein Wasserschloss im Hattinger Stadtteil Blankenstein. Sein Name \u2013 abgeleitet von dem Wort \u201eKemenate\u201c \u2013 zeigt, dass sich der Adelssitz von den damals umliegenden Bauernh\u00e4usern durch mindestens einen gemauerten Kamin abhob. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"border: 0px currentColor;\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/7\/77\/Hattingen_Blankenstein_-_Haus_Kemnade_58_ies.jpg\" alt=\"\" width=\"509\" height=\"268\" \/>Bis 1486 lag das Anwesen am n\u00f6rdlichen Ufer der Ruhr auf Stiepeler Ortsgebiet. Nach einem Hochwasser in jenem Jahr \u00e4nderte der Fluss aber seinen Lauf in n\u00f6rdliche Richtung, sodass Haus Kemnade seitdem getrennt vom Ort in den s\u00fcdlichen Ruhrauen liegt. Lange Zeit war es nur \u00fcber eine F\u00e4hrverbindung erreichbar, ehe 1928 die heutige Kemnader Br\u00fccke gebaut wurde. Als Lehen des Hauses Lippe war es seit dem 13. Jahrhundert im Besitz derer von D\u00fccker. Ihnen folgte die Familie von der Recke als Lehnsnehmer. Nach einem Brand im Jahr 1589 lie\u00dfen es die Besitzer bis 1704 allm\u00e4hlich wieder aufbauen. Ende des 18. Jahrhunderts kam ein Wirtschaftshof dazu. Obwohl auf Hattinger Gebiet stehend, ist Haus Kemnade heute Eigentum der Stadt Bochum, die es 1921 von Ludwig von Berswordt-Wallrabe erwarb. Die Anlage beheimatet mehrere Museen und eine Gastronomie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Geb\u00e4ude<\/strong><br \/>\nHaus Kemnade ist eine zweiteilige Anlage im Stil der Renaissance und des Barocks, bestehend aus einem Herrenhauskomplex sowie einem \u00f6stlich vorgelagerten Gutshof, der h\u00e4ufig auch als Vorburg bezeichnet wird. Vorburg und Herrenhaus sind nicht \u2013 wie sonst h\u00e4ufig zu sehen \u2013 durch einen Wassergraben voneinander getrennt, sondern stehen auf einer gemeinsamen, Insel, die von einer Gr\u00e4fte umgeben ist und 125 Meter lang sowie zwischen 50 und 80 Meter breit ist. Als Baumaterial f\u00fcr s\u00e4mtliche Geb\u00e4ude diente mehrheitlich der heimische Ruhrsandstein. Die Anlage besitzt einen trapezf\u00f6rmigen Grundriss und ist von einem mit Kastanien bepflanzten Wall umgeben, der zum Schutz gegen das Hochwasser der Ruhr errichtet wurde. Eine steinerne Rundbogenbr\u00fccke f\u00fchrt zum Rundbogenportal an der Westseite, die von zwei quadratischen Eckt\u00fcrmen flankiert wird. Das Mauerwerk der Geb\u00e4ude im Wirtschaftshof besteht aus Ruhrsandstein und Backstein. Durch ein Innenhoftor mit schmiedeeisernem Gitter ist der Hof des Herrenhauskomplexes erreichbar. Das unverputzte Haupthaus ist ein zweigeschossiger Bruchsteinbau mit Walmdach, dem sich im S\u00fcden ein kurzer Seitenfl\u00fcgel anschlie\u00dft. In der hofseitig gelegenen Ecke von Haupt- und Nebenfl\u00fcgel steht ein schmaler, runder Treppenturm. An der Nordostecke wird das Herrenhaus durch das markanteste Geb\u00e4ude der gesamten Anlage flankiert: ein viereckiger Wohnturm mit drei Geschossen und abschlie\u00dfendem Knickhelm. Ebenso wie das Hauptgeb\u00e4ude besitzt er Kreuzstockfenster. Ein Wappenstein an seiner \u00f6stlichen Au\u00dfenmauer bezeugt seinen Erbauer: Johann Georg von Syberg. Die Ostfassade des Herrenhauses besitzt einen reich verzierten Eingang, der das einstige Hauptportal der Anlage war, und einige der Fensterst\u00fcrze z\u00e4hlen durch Inschriften die Kemnader Besitzer von 1589 bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts auf. Der rundbogige Eingang mit Flachornamenten an der Westseite des Hauptgeb\u00e4udes ist bekr\u00f6nt vom steinernen Allianzwappen des Friedrich Matthias von Syberg und seiner zweiten Frau Christina Isabella von Romberg zu Wassen. Die s\u00fcd\u00f6stliche Ecke der Anlage bildet ein runder Eckturm des Herrenhauses. Er gilt als \u00e4lteste erhaltene Bausubstanz und besitzt im Kellergeschoss Schl\u00fcssellochscharten. Sie sind die einzigen authentischen Reste, die von der einstigen Wehrhaftigkeit der Anlage zeugen. Die Schie\u00dfscharten aller \u00fcbrigen Au\u00dfenmauern stammen aus einer Zeit, als sie nur noch zu dekorativen Zwecken dienten.<\/p>\n<p><strong>Innenausstattung<\/strong><br \/>\nIm Erdgeschoss des Herrenhauses ist eine zweijochige, sp\u00e4tgotische Kapelle mit Kreuzrippengew\u00f6lbe und barockem Taufbecken erhalten. Sie stammt aus der Zeit um 1500. Im sogenannten Rittersaal mit seiner K\u00f6lner Decke h\u00e4ngen vier Tapisserien aus Tournai von 1725, die Szenen aus dem Leben Don Quijotes darstellen. Prunkst\u00fcck des Raums ist der aufw\u00e4ndig gearbeitete und mit Wappen sowie Inschriften verzierte Renaissancekamin. Ebenfalls sehenswert sind die Holzschnitzereien eines Schwelmer Handwerkermeisters namens Schmidt. Seine zwei ovalen Medaillons mit (gef\u00e4lschten) Wappen zieren die Diele des Hauptgeb\u00e4udes. Ebenfalls aus der Schwelmer Werkstatt stammt die aufw\u00e4ndig gestaltete Treppenanlage mit geschnitzten Holzfiguren aus dem 17. Jahrhundert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Geschichte<\/strong><br \/>\nBewohner und Besitzer<br \/>\nDie Geschichte des Hauses Kemnade ist eng mit der des Ortes Stiepel verquickt, der lange Zeit von dort aus verwaltet wurde. Der aus dem alten s\u00e4chsischen Geschlecht der Billunger stammende Graf Liudger erhielt 1001 von K\u00f6nig Otto III. den Hof Stiepel (\u201eStiplaga iuxta Rhenum\u201c) als Allodial. Seine Witwe Emma von Lesum vermachte den Besitz 1011 dem Bistum Bremen. Der Bremer Bischof Gerhard II. zur Lippe bildetet aus den Stiepeler Besitzungen eine Lehen und verkaufte es wahrscheinlich im 13. Jahrhundert an seine Detmolder Verwandten, die damaligen Edelherren zur Lippe. Stiepel und das dazugeh\u00f6rige Haus Kemnade blieben bis 1809 Eigentum dieser Familie. Es ist nachgewiesen, dass Stiepel ab 1266 als Lippisches Lehen im Besitz der Ritter von D\u00fccker war, obwohl die \u00e4lteste erhaltene Belehnungsurkunde erst aus dem Jahr 1393 stammt. Der in ihr genannte Wennemar von D\u00fccker ist der erste namentlich bekannte Lehnsnehmer. Seine Familie gilt als Erbauer von Haus Kemnade, dessen genaue Urspr\u00fcnge bis heute zwar im Dunkel der Geschichte liegen, das wahrscheinlich aber zur Sicherung der Ruhr erbaut wurde. Am Beginn des 15. Jahrhunderts starben die von D\u00fccker im Mannesstamm aus. \u00dcber die Heirat einer Erbtochter kam Haus Kemnade 1410 in den Besitz des Dietrich von Romberg zu Massen. Da diese Ehe aber keine m\u00e4nnlichen Erben hervorbrachte, gingen Haus und Herrlichkeit bereits 1414 durch die Heirat von Dietrichs Tochter an deren Ehemann Hermann von der Recke. Bis 1647 war die Anlage im Besitz seiner Familie. Wennemar V. von der Recke hatte keine S\u00f6hne, und so \u00fcbergab er noch zu seinen Lebzeiten das Lehen an den Mann seiner \u00e4ltesten Tochter, den Drosten von Blankenstein und Werden, Johann Georg von Syberg. Seit 1272 geh\u00f6rte die Herrschaft Stiepel zur Grafschaft Mark, die 1521 in den Vereinigten Herzogt\u00fcmern J\u00fclich-Kleve-Berg aufging. Nach dem J\u00fclich-Klevischen Erbfolgestreit wurde Haus Kemnade brandenburgisch und kam 1806 an das franz\u00f6sische Gro\u00dfherzogtum Berg, das ab 1808 von Napoleon Bonaparte regiert wurde. Da Napoleon im Jahr 1809 das Feudalsystem aufhob, ging die Anlage in den Eigenbesitz Johann Gisbert Philipps von Syberg \u00fcber. Als 1847 mit Friedrich von Syberg der letzte m\u00e4nnliche Vertreter dieser Familie starb, erbte seine Schwester Philippine den Besitz und brachte ihn durch Heirat 1848 an ihren Ehemann Wilhelm Friedrich von der Berswordt-Wallrabe. Dessen Nachkomme, der k\u00f6nigliche Kammerherr Ludwig von Berswordt-Wallrabe, ver\u00e4u\u00dferte Haus Kemnade samt 500 Hektar zugeh\u00f6rigem Landbesitz 1921 an die Stadt Bochum, die das Anwesen durch einen P\u00e4chter bewirtschaften lie\u00df. Als die Stadt die renovierungsbed\u00fcrftigen Geb\u00e4ude 1998 an den Fleischfabrikanten Reinhold Zimmermann (Zimbo) verkaufen wollte, verhinderte eine B\u00fcrgerinitiative diese Pl\u00e4ne. Aus der Initiative ging der heutige F\u00f6rderverein Haus Kemnade und Musikinstrumentensammlung Grumbt hervor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Baugeschichte<\/strong><br \/>\nWann genau Haus Kemnade erbaut wurde, ist aufgrund fehlender schriftlicher Belege nicht bekannt. Ebenso wenig ist klar, wie der Adelssitz bis zum Ende des 16. Jahrhunderts ausgesehen hat. Es ist jedoch m\u00f6glich, dass an dem Ort zuvor schon eine Motte gestanden hat, die bisher aber arch\u00e4ologisch noch nicht nachgewiesen wurde.<br \/>\nAls das Anwesen 1589 im Besitz Konrads von der Recke (auch Cord von der Recke) war, wurde es mit Ausnahme des s\u00fcd\u00f6stlichen Rundturms am zweiten Ostertag des Jahres durch ein Feuer stark besch\u00e4digt. Konrads Sohn Wennemar V. begann mit dem Wiederaufbau, indem er den heutigen S\u00fcdfl\u00fcgel und einen Verbindungstrakt zum erhaltenen Turm errichten lie\u00df. Dies geschah bedingt durch den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg und den J\u00fclich-Klevischen Erbfolgestreit nur mit Unterbrechungen. Wennemars Schwiegersohn Johann Georg von Syberg setzte ab 1647 die Wiederaufbauarbeiten weiter fort. 1663 wurde der m\u00e4chtige Nordost-Turm vollendet. Die Steine f\u00fcr seinen Bau stammten von der nahe gelegenen und heruntergekommenen Burg Blankenstein, f\u00fcr die Johann Georg 1662 beim Brandenburger Kurf\u00fcrsten Friedrich Wilhelm eine Abbruchgenehmigung hatte erwirken k\u00f6nnen. Beendet wurde der Wiederaufbau des Hauses Kemnade aber erst 1704 unter Johann Georgs zweitem Sohn Friedrich Matthias von Syberg. Das Enddatum der Bauarbeiten ist durch Maueranker in Form von Ziffern und Inschriften sowohl an der Ost- als auch an der Westfassade des Herrenhauses dokumentiert. Nachdem Stiepel im 17. Jahrhundert brandenburgisch geworden war, verlor der Adel zahlreiche finanzielle Privilegien. Um sich neue Einnahmem\u00f6glichkeiten zu erschlie\u00dfen, lie\u00df Johann Friedrich Wilhelm von Syberg zu Wischlingen 1780 vor dem Herrenhaus einen Gutshof errichten. Um Platz daf\u00fcr zu schaffen, wurden die westliche und ein Teil der n\u00f6rdlichen Gr\u00e4fte verf\u00fcllt und um die Wirtschaftsgeb\u00e4ude neue Gr\u00e4ben ausgehoben. Nach der Heirat Philippines von Syberg zu Wischlingen mit Wilhelm Friedrich von Berswordt-Wallrabe residierte das Paar in Haus Weitmar und lie\u00df deshalb s\u00e4mtliches Mobiliar und das Archiv Kemnades an seinen dortigen Wohnsitz bringen, wo es nach einem Bombenangriff 1944 verbrannte. Nur die fest verankerte Innenausstattung auf Haus Kemnade ist somit heute noch erhalten. 1952 wurden erste Sanierungsma\u00dfnahmen am \u00c4u\u00dferen des Hauses vorgenommen, denen ab 1958 die Restaurierung der Innenr\u00e4ume folgte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Heutige Nutzung<\/strong><br \/>\nDas Wasserschloss beherbergt heute verschiedene Museen und Sammlungen. Als Au\u00dfenstelle des Museums Bochum sind im Herrenhaus rund 1800 Instrumente aus der Musikinstrumentensammlung Grumpt sowie die Ostasiatika-Sammlung Ehrich zu sehen. Dazu organisiert der Kunstverein Bochum wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Themenbereichen. Des Weiteren unterh\u00e4lt die Sparkasse Bochum in den ehemaligen Stallungen eine geldgeschichtliche Sammlung unter dem Namen Schatzkammer Kemnade, w\u00e4hrend einige weitere R\u00e4ume des Haupthauses durch den Gastronomiebetrieb \u201eBurgstuben Haus Kemnade\u201c genutzt werden. In einem direkt hinter dem Schloss gelegenen Vierst\u00e4nder-Fachwerkhaus befindet sich seit 1971 das Bauernhausmuseum der Stadt Bochum, in dem der Besucher die Lebensgewohnheiten des 18. und 19. Jahrhunderts nacherleben kann. Das Geb\u00e4ude ist ein typisches Stiepeler Bauernhaus, das um 1800 noch als Meierei genutzt wurde, ehe es zu Beginn der 1960er Jahre in Stiepel abgetragen und an der heutigen Stelle originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Seit Januar 2007 f\u00fchrt das Standesamt der Stadt Hattingen au\u00dferdem in der Schlosskapelle Trauungen durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">wikipedia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>www.hauskemnade.de Das Haus Kemnade ist ein Wasserschloss im Hattinger Stadtteil Blankenstein. Sein Name \u2013 abgeleitet von dem Wort \u201eKemenate\u201c \u2013 zeigt, dass sich der Adelssitz von den damals umliegenden Bauernh\u00e4usern durch mindestens einen gemauerten Kamin abhob. 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