Situation Kunst (Sammlung der Ruhr-Universität Bochum)

Situation Kunst (für Max Imdahl)

Die Situation Kunst ist ein Museum im Park von Haus Weitmar in Bochum-Weitmar mit einer Dauerausstellung bedeutender Werke der Gegenwartskunst. Das Gebäudeensemble ist so konzipiert, dass sich Kunst, Architektur und Natur dialogisch aufeinander beziehen.

Das Projekt wurde 1988-1990 auf Initiative von Alexander von Berswordt-Wallrabe in Erinnerung an den Gründungsordinarius des Kunstgeschichtlichen Instituts der Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Max Imdahl (1925-1988), errichtet. In eigens für die Kunstwerke konzipierten Gebäudepavillons – entworfen vom Architekten Peter Forth – sind Gemälde, Zeichnungen, und skulpturale Objekte von Gotthard Graubner, Norbert Kricke, Arnulf Rainer und Jan Schoonhoven zu besichtigen. Einen besonderen Schwerpunkt der Anlage bilden die Environments von Richard Serra, Maria Nordman und David Rabinowitch.

Situation Kunst (für Max Imdahl) wurde 1991 den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum angegliedert. Im September 2006 wurden die Ausstellungsflächen von Situation Kunst Errichtung eines neuen Gebäudes nahezu verdoppelt (bauliche Umsetzung: SOAN Architekten aus Bochum). Der neue, von Alexander und Silke von Berswordt-Wallrabe konzipierte Sammlungskomplex umfasst eine Licht-Raum-Installation von Gianni Colombo, zwei Neonskulpturen von Dan Flavin, malerische und skulpturale Arbeiten von Lee Ufan, eine Neon-Raum-Installation von François Morellet, Werke von Dirk Reinartz, Robert Ryman, Ad Reinhardt sowie weitere Arbeiten von Arnulf Rainer, Jan J. Schoonhoven und Richard Serra.

Daneben wurde die Sammlung der zeitgenössischen Kunst um außereuropäische Objekte vergangener Epochen erweitert. In einem eigenen Raum werden Bronze-, Stein-, und Tonskulpturen der Nok, Sokoto, Esie, Benin, Ife und Tada präsentiert. Dieser Teil der Sammlung steht unter Schirmherrschaft des ehemaligen Botschafters der Bundesrepublik Nigeria in der Bundesrepublik Deutschland.

Ein weiterer Raum beherbergt eine Sammlung von Skulpturen, Keramiken und Thangkas aus Asien. Die Spannweite reicht dabei von neolithischen Keramiken und Jadearbeiten aus China über buddhistische und hinduistische Skulpturen der Khmer, Buddha-Statuen aus Thailand, China, Indien bis hin zu japanischen Holzskulpturen und tibetanischen Rollbildern (Thangkas).

Situation Kunst bewahrt außerdem das Archiv des kompletten wissenschaftlichen Nachlasses von Max Imdahl sowie ein umfangreiches Video-Archiv mit Feature-Filmen über Gegenwartskunst.

Im Mai 2010 wurde ein weiteres Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude inmitten der Ruinen des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Haus Weitmar fertiggestellt: der sogenannte Kubus. Der Kubus war ein Projekt im Rahmen der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas und wurde nach den Plänen der Architekten Pfeiffer, Ellermann und Preckel aus Münster errichtet. [1] Seither finden im Kubus Wechselausstellungen sowie wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen statt. Das international und interdisziplinär ausgerichtete Programm wird im Wesentlichen von der Stiftung Situation Kunst gestaltet, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Instituten der Ruhr-Universität Bochum.

Das museale Ensemble wird vom Institut für Kunstgeschichte sowie seit 2006 insbesondere im Bereich der Wechselausstellungen und Sonderveranstaltungen von der gemeinnützigen Stiftung Situation Kunst als Teil der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum betrieben. Der Förderverein Situation Kunst-Haus Weitmar e.V. unterstützt deren Projekte und Veranstaltungen, die zum einen der Ausbildung von Studierenden der Ruhr-Universität Bochum dienen und sich zum anderen an eine interessierte allgemeine Öffentlichkeit richten.

wikipedia

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