Deutsches Bergbaumuseum

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM) ist mit seinen rund 400.000 Besuchern pro Jahr eines der meist besuchten Museen Deutschlands. Es ist eines der bedeutendsten Bergbaumuseen der Welt und zugleich ein renommiertes Forschungsinstitut für Montangeschichte. Übertägige Ausstellungen und ein originalgetreues Anschauungsbergwerk unterhalb des Museumsgeländes eröffnen den Besuchern Einblicke in die Welt des Bergbaus. Forschungsschwerpunkte der Wissenschaftler sind die Geschichte und Technik des Montanwesens sowie Dokumentation und Schutz von Kulturgut. Das Museum ist als Forschungseinrichtung Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Träger sind die DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH sowie die Stadt Bochum. Förderverein des Museums ist der eingetragene Verein Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur (VFKK), der auch die Zeitschrift Der Anschnitt herausgibt. Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum ist Teil der Route der Industriekultur und beherbergte das größte der fünf Besucherzentren, die im Kulturhauptstadtjahr 2010 als kulturtouristische Drehscheiben der Metropole Ruhr fungierten, und seitdem zentrale Startpunkte für Erkundigungen in das ganze Ruhrgebiet sind.

Geschichte
Die Anfänge des Bergbau-Museums gehen zurück auf die 1860er Jahre, als die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK) eine ständige Ausstellung Bergbaulicher Utensilien in Bochum einrichtet, die hauptsächlich dem Bergschulunterricht diente. Ende der 1920er Jahre wurden von Vertretern der WBK und der Stadt Bochum Überlegungen zur Gründung eines öffentlich zugänglichen Bergbau-Museums entwickelt. Der Gründungsvertrag für das Geschichtliche Museum des Bergbaus wurde am 1. April 1930 zwischen der Stadt Bochum und der WBK geschlossen, als erste Halle des Museums dient die alte Großviehschlachthalle des stillgelegten Bochumer Schlachthofs. Auf dem Gelände des Schlachthofs wurde 1935 nach Entwürfen von Fritz Schupp und Heinrich Holzapfel ein Neubau des Museumsgebäudes mit zusätzlicher Ausstellungsfläche ausgeführt. Im Jahre 1936 begann man mit dem Bau des Anschauungsbergwerks. Im Jahr 1943 wurden die noch nicht vollendeten Museumsneubauten durch alliierte Luftangriffe weitgehend zerstört, das Anschauungsbergwerk für den Luftschutz umgebaut. Bereits 1946 wurde mit einer kleinen Ausstellung das Museum wiedereröffnet. In den 1950er Jahren wurde das Museum neu aufgebaut und erweitert, 1960 sind die Strecken des Anschauungsbergwerks auf einer Gesamtlänge von 2.510 Metern ausgebaut. Der Förderturm wurde in den Jahren 1973 und 1974 von der stillgelegten Zeche Germania in Dortmund-Marten nach Bochum umgesetzt. Die Umsetzung wurde aus Mitteln des Nordrhein-Westfälischen Kultusministeriums finanziert. Im Jahr 1976 wird das bisherige Bergbau-Museum in Deutsches Bergbau-Museum Bochum (DBM) umbenannt, 1977 wird es von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) als Forschungsmuseum anerkannt und in die gemeinsame Forschungsförderung durch Bund und Länder aufgenommen. Es gehört seither zu den Instituten der Blauen Liste, heute Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL). Auch in den Folgejahren wurde das Museum ständig erweitert und die Forschung um weitere Themen ergänzt. Am 6. Dezember 2009 wurde der Schwarze Diamant, ein Erweiterungsbau für Sonderausstellungen, eröffnet. Das Bauwerk mit seiner markanten tiefschwarzen und bei Sonneneinstrahlung glitzernden Fassade, entworfen von Benthem Crouwel Architekten, stellt sich als Schnitt durch ein Stollensystem dar. Derzeit wird das Museum raumweise umfassend renoviert.

Exponate
Auf einer Ausstellungsfläche von 12.000 Quadratmetern wird den Besuchern die Entwicklung des Bergbaus von der vorgeschichtlichen Zeit bis heute gezeigt. Die verschiedenen technischen Bereiche des Bergbaus sowie seine kulturellen und sozialen Aspekte werden thematisch-chronologisch dargestellt. Hervorzuheben sind Ausstellungsstücke wie: Ein etwa sieben Tonnen schwerer wurzelverzweigter Stammrest eines Schuppenbaumes, der aus den Steinkohlenschichten des Piesbergs bei Osnabrück stammt. Mit einer Gesamthöhe von ca. 2,5 Metern und einem Stammumfang von ca. 5 Metern ist der Baum eines der größten erhaltenen Objekte seiner Art aus der Karbonzeit. Das Original einer Brikettpresse aus dem Jahr 1901. Die mit Dampf betriebene Einstrang-Schubkurbelpresse mit einem Gewicht von 18 Tonnen und einer Leistung von 4,2 Tonnen Brikett pro Stunde war 1985 außer Dienst gestellt und dem Museum von der Rheinbraun AG übereignet worden.
Eine bei der Schachtförderung eingesetzte, sogenannte Bobinen-Fördermaschine. Ihr charakteristisches Kennzeichen ist die Verwendung von Flachseilen. Das gezeigte Original wurde etwa 1905 gebaut und zunächst zum Abteufen, dann bis 1949 zur Kohlenförderung von der Zeche Hannover in Bochum-Hordel eingesetzt. Im Maschinenkeller des Museums befinden sich außerdem zahlreiche Bergbaumaschinen, die aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes nicht in den oberen Stockwerken ausgestellt werden können. Im Eingangsbereich des Erweiterungsbaus Schwarzer Diamant ist ein Schwarzer Diamant mit einem Gewicht von 3,401 Karat ausgestellt, der 2011 vom Bochumer Juwelier Mauer dem Museum geschenkt wurde.

Besucherbergwerk
Ein System von Stollen und Streben in etwa 20 Metern Tiefe und einer Länge von etwa 2,5 Kilometern erläutert unter annähernd realistischen Bedingungen den Tunnelvortrieb und die Förderung der Kohle, sowie einige Sicherheitsaspekte. Die Stollen haben allerdings nie zum Abbau von Bodenschätzen gedient und sind nur zum Zweck der Demonstration angelegt worden. Seit 1995 gibt es ein Modell des deutschen Grubenpferdes Tobias im Anschauungsbergwerk zu sehen. Der Besuch des Anschauungsbergwerks ist nur teilweise für Museumsgäste mit einer Gehbehinderung oder einem Rollstuhl geeignet; Begleitung und Hilfestellung sind untertage unbedingt notwendig, können jedoch bei vorheriger telefonischer Anmeldung geleistet werden.

Förderturm
Das Fördergerüst, ursprünglich Teil der Zeche Germania in Dortmund, bietet bei gutem Wetter einen weiten Blick über Bochum und das Ruhrgebiet. Bei schlechtem Wetter, z. B. starkem Wind, bleibt er aus Sicherheitsgründen geschlossen. Es stammt aus den Jahren 1938/39 und wurde ebenfalls von Fritz Schupp konstruiert. Es ist 71,4 m hoch und 650 t schwer. Die Aussichtsplattformen befinden sich, mit dem Fahrstuhl erreichbar, auf 50 m und, über weitere Treppen zu erreichen, in 62 m Höhe.

www.bergbaumuseum.de

Aktuelle Artikel